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Achtsamkeit in systemischer Beratung und Coaching. Schritte zu einer integralen Praxis.
In der Praxis von Beratung und Coaching gibt es immer wieder Situationen, in denen Wissen und Erfahrung allein sich als nicht hinreichend erweisen. Komplexe Problemkonstellationen, in denen sich sachliche, zeitliche und soziale/emotionale Dimensionen überschneiden, erfordern ein hohes Maß an Problembewusstsein, Konzentration, innerer Klarheit und Offenheit zugleich, sie erfordern Achtsamkeit.
Achtsamkeit ist keine Methode, auch wenn es Lernschritte zu ihr gibt. Achtsamkeit ist eine Lebenshaltung, die alle Lebensbereiche umfasst. Achtsamkeit integriert Person, Funktion und Handlungssystem.
Auf dem Weg der Achtsamkeit liegt die Suche nach einem Gegengewicht zu einer nach Außen gerichteten Lebensweise: Leistungsdruck und Komplexität engen in Beratung und Coaching den Blick für das Wesentliche und Sinnganze nur zu oft ein. Die Suche nach der angemessenen Intervention ist jedoch immer auch eine Suche nach dem Sinnganzen, in dem sich unser Lebensprozess entfaltet. Die hier aufbrechenden Fragen finden keine Antworten mehr auf der Ebene der Worte und Theorien allein, sondern in Erfahrungen, die einen Zugang zur Fülle des Jetzt und der transpersonalen Verbundenheit eröffnen.
Im Zentrum des Weges zur Lebenshaltung der Achtsamkeit stehen die Übung und die Praxis der Meditation/Kontemplation. Auch wenn Meditation/Kontemplation nicht als Werkzeug betrachtet werden können und sollen, sondern als Selbstzweck, eröffnen sie doch zugleich in der Praxis von Beratung, Coaching und Führungshandeln eine neue Qualität von innerer Führung, Wahrnehmungstiefe, Problemlösungs- und Handlungskompetenz. Sie können den Blick weiten für eine SELBST-Erfahrung, die die Grenzen unserer eigenen Person transzendiert. Aus dieser Erfahrung heraus entstehen andere und neue Bilder von Verbundenheit, Verantwortung für das Ganze und Dienst.
Zentrale Themen und Fragestellungen des Kurses Der Kurs bietet neben Grundlagen der systemischen Beratung und Fallarbeit nicht nur eine hinreichende Hinführung zur Übung der Achtsamkeit; er ist selbst in eine meditative Grundstruktur eingebunden. Dieser Transfer kann misslingen, dann bleibt die spirituelle Erfahrung Privatsache oder/und die komplexe berufliche Situation wird trivialisiert (dies führt dann in der Regel zu „esoterischen Ratgebern und Rezepten“). In den Kursen geht es also um beide Pole: Meditations-Übungen, die das Element der Achtsamkeit und Reduktion bewusst in den Vordergrund stellen, wechseln mit der Reflexion und Fallarbeit über die Formen des Transfers ab. Hierbei geht es um (Interventions-)Formen, die schon vertraut sind, und die (Interventions-)Formen, die noch warten und die eine größere Handlungsvielfalt und einen authentischen Selbstausdruck als Berater und Coaches ermöglichen.
TeilnehmerInnen Diese Weiterbildung ist gedacht für berufserfahrene systemische BeraterInnen und Coaches, die bereits über eine spirituelle Praxis verfügen bzw. das intensive Interesse daran verspüren. Es geht um das Bedürfnis, über die Verbindung von Achtsamkeitspraxis mit einer vertieften Auseinandersetzung mit der systemischen Theorie die Kraft der eigenen spirituellen Erfahrung vermehrt in den beruflichen Alltag zu übertragen.
Die Annäherung an Achtsamkeit und die damit verbundenen Werte und ethischen Grundorientierungen braucht Raum. Sie braucht den äußeren Raum der Gruppe und entsprechende einstimmenden Räumlichkeiten; und sie braucht den inneren Raum der Reflexion und Weite, der es erlaubt, Werte und ethische Orientierungen vor dem Hintergrund der eigenen Lebensgeschichte zu betrachten. Dieser Raum der Achtsamkeit und Wachheit soll es auch ermöglichen, „für wahr zu nehmen“, wo das Alte nicht mehr passt und uns vielleicht neue Ausdrucksformen dieser Werte rufen. Innerhalb der Kursgruppe ist der Raum der Wertschätzung füreinander, der den Dialog auch über Unterschiedlichkeit ermöglicht, unabdingbar. Und Unterschiedlichkeit existiert zumeist auf allen Ebenen der beruflichen und privaten Existenz. Diesem Erfahrungs-Raum wollen wir uns über die Meditation und über Übungen der Achtsamkeit nähern. Die Kurstage sind in eine meditative Grundstruktur eingebunden (zwischen 3-4 Std. täglich). Eine Hinführung zur Meditation/Kontemplation ist integriert. Vorkenntnisse sind daher nicht erforderlich. Hinzu kommen Körperarbeit und theoretische Inputs (ca. 1,5 Std. täglich), sowie die persönliche Beratung in Hinblick auf die Meditationspraxis und Fragen des Praxistransfers. Zudem werden ca. 1,5 h täglich der Reflektion und Fallarbeit gewidmet, die sich an den inhaltlichen Schwerpunkten der Kurstage orientiert. Zudem wird durch kollegiales Coaching der Reflektions- und Transferprozess unterstützt.
Zeitstruktur
Termin für Kompaktmodul 2012: 12.11.2012: Anreise bis 15:30 Uhr, Beginn der gemeinsamen Arbeit um 16:00 Uhr 15.11.2012: Ende des Kurses um 13:00
Ort Benediktushof Seminar- und Tagungszentrum GmbH
Referenten/Trainer
Torsten Jung
Studium der Wirtschaftsingenieurwissenschaften in Hamburg. Arbeits- und Studienaufenthalte in USA, Asien und Europa. Langjährige Beratungserfahrung bei PricewaterhouseCoopers und IBM im Thema Change Management und strategische Personalarbeit. Claus Eurich
Kosten Die Kosten für ein Modul betragen EUR 790,-- (exkl. MWSt.). Zuzüglich werden Organisationskosten von € 48,-- (exkl. MWSt.) und Unterkunft/Verpflegung verrechnet, zahlbar bei Kursbeginn am Benediktushof.
Vor der verbindlichen Anmeldung findet ein Gespräch zum gegenseitigen Kennenlernen mit einem der beiden Referenten statt.
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