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Foto: Alex­ander Chitsazan

Leader­ship Deve­lo­p­ment in der Indus­trie – Vom Wider­stand zur Wirk­sam­keit.

Wie aus einer Krise und Führungs­va­kuum ein selbst­wirk­sames Team mit posi­tiver Margen-Entwick­lung wurde. Bera­tungs-Case eines Indus­trie-Konzerns im Rahmen der Neuwald­egger Führungs­be­ra­tung und -entwick­lung.

Ausgangs­si­tua­tion

Der perfekte Sturm traf das öster­rei­chi­sche Unter­nehmen der Chemie-Branche hart: Mit knapp 500 Mitarbeiter:innen galt das Fami­li­en­un­ter­nehmen lange als solider Player in der Spezi­al­chemie. Doch 2023 wurde zum Wende­jahr – und nicht im posi­tiven Sinne. Zeiten­wende: - 25 % Mengen­ver­lust durch den Verlust größerer Aufträge und der allge­meinen Konjunk­tur­lage. Die Gewinne sanken, es gab aggres­sive Konkur­renz. Die Antwort der Geschäfts­lei­tung? Eine Restruk­tu­rie­rung – höhere Führungs­spannen, Neuor­ga­ni­sa­tion des Vertriebs, Shared Service Center für die Back-Office-Struk­turen. Alles war beschlossen, wenig wurde nach­voll­ziehbar erklärt.
Das Ergebnis war alar­mie­rend. Nur 24 % der Beleg­schaft verstanden Ziel und Weg der Verän­de­rung – ein kriti­scher Wert, der das Schei­tern der Trans­for­ma­tion vorher­sagte. Die geplanten Maßnahmen griffen tief in die DNA des Unter­neh­mens ein: Jahre­lang gewach­sene, persön­liche Kunden­be­zie­hungen sollten struk­tu­rierten Prozessen, klaren Kunden­klas­si­fi­zie­rungen und stan­dar­di­sierten Bear­bei­tungs­lo­giken weichen. Persön­liche Ansprechpartner:innen mit ihrer vertrauten, wenn auch einge­schränkten Verfüg­bar­keit sollten durch intel­li­gentes Call-Center-Routing ersetzt werden – theo­re­tisch für längere Service­zeiten, prak­tisch aber als Entfrem­dung vom Kunden wahr­ge­nommen.
Die Führungs­kräfte befanden sich in einem klas­si­schen Loya­li­täts­kon­flikt: emotional und fach­lich näher bei ihren Teams als bei den Orga­ni­sa­ti­ons­zielen, fühlten sie sich zwischen die Fronten gedrängt. Sie sollten Verän­de­rungen vertreten und durch­setzen, deren Logik sie selbst nicht voll­ständig durch­drangen bzw. teil­weise auch nicht unter­stützen. Mehrere paral­lele Verän­de­rungs­in­itia­tiven verstärkten die Über­for­de­rung und führten zu dem Gefühl, die Kontrolle über die Situa­tion verloren zu haben. Aus dem früher geschätzten „Hand­schlag-Busi­ness“ wurde ein wahr­ge­nom­menes „Regel­kor­sett“, das den kultu­rellen Kern des Unter­neh­mens in Frage stellte. Die Trans­for­ma­tion stand vor dem Schei­tern – nicht aus fach­li­chen, sondern aus kultu­rellen und kommu­ni­ka­tiven Gründen.
Erschwe­rend kam hinzu: Die Konzepte wurden extern von einer Manage­ment­be­ra­tung entwi­ckelt, deren Sprache und Logik für einige unver­ständ­lich blieben. Fehlende Teil­habe sorgte für zusätz­li­chen Wider­stand. Gerüchte und Speku­la­tionen machten die Runde. Die Stim­mung war schlecht, selbst erfah­rene Führungs­kräfte über­legten, das Unter­nehmen zu verlassen.

Die Heraus­for­de­rung

Die eigent­liche Heraus­for­de­rung war nicht nur die wirt­schaft­liche Krise – darin war das Unter­nehmen erprobt. Das Problem lag tiefer: Wenig Verän­de­rungs­en­ergie, Problem­trance statt Lösungs­modus: Jedes Meeting drehte sich um das, was nicht funk­tio­nierte. Gerüchte, Speku­la­tionen und Ängste domi­nierten die Gespräche auf den Gängen. Führungs­kräfte im Sand­wich fanden sich zwischen Orga­ni­sa­ti­ons­er­war­tungen und Mitarbeiter:innen-Loyalität gefangen. Sie sollten Entschei­dungen vertreten, die sie selbst nicht verstanden. Das Verständnis-GAP war gewaltig: Externe Bera­tungs­sprache traf auf Menschen, die seit Jahren mit Prag­ma­tismus und direkter Kommu­ni­ka­tion erfolg­reich waren. Die Über­for­de­rung war spürbar. Es war unklar, was wirk­lich Prio­rität hatte. Die gewach­sene Unter­neh­mens­kultur – geprägt von Vertrauen und Eigen­ver­ant­wor­tung – schien über Nacht obsolet zu werden.

Das eigent­liche Entwick­lungs­ziel: Aus 25, teil­weise verun­si­cherten, Führungs­kräften selbst­wirk­same Change- & Vertriebs­leader machen, die ihre Teams nicht nur durch die Trans­for­ma­tion tragen, sondern diese aktiv mitge­stalten.

Unser Beitrag

Wir über­nahmen die Rolle der syste­mi­schen Prozess­be­gleiter mit einer klaren Haltung: „Chan­ging thin­king before chan­ging things.“ Statt das System zu „bespielen“ oder mit weiteren Konzepten zu über­frachten, ließen wir es sich selbst erkennen und gestalten. Unsere Grund­über­zeu­gung: Die Lösungen sind bereits im System vorhanden – sie müssen nur sichtbar und nutzbar gemacht werden. Unsere Methodik basierte auf dem kunst­vollen Spiel zwischen Nähe und Distanz – nah genug dran für echte Beglei­tung und Verständnis der Dyna­miken, distan­ziert genug, damit Verant­wor­tung und Führung dort bleiben, wo sie hinge­hören: im System selbst. Wir arbei­teten sowohl vor Ort als auch virtuell in engen Abständen, immer mit dem Ziel, das Unter­nehmen schritt­weise in die „Selbst­or­ga­ni­sa­tion“ (im Sinne die Verän­de­rung selb­ständig voran­zu­treiben und zu veran­kern) zu führen.

Unser Ansatz war radikal anders als das, was die Orga­ni­sa­tion bisher erlebt hatte: Statt Power­point-Präsen­ta­tionen gab es Dialoge & Trans­pa­renz über die aktu­elle Situa­tion und der Heraus­for­de­rung. Statt fertiger Lösungen entstanden gemein­same Erkennt­nisse. Anstelle Top-Down, Co-Crea­tion der Umset­zung. Statt Wider­stand zu bekämpfen, nutzten wir ihn als wert­volle Infor­ma­tion über das System.

Was den Unter­schied gemacht hat

Der Durch­bruch begann mit einem anderen Bera­tungs­an­satz. Nach anfäng­li­cher Skepsis („wieder eine Unter­neh­mens­be­ra­tung“) waren die Führungs­kräfte über unser dialo­gi­sches Arbeiten recht schnell an Bord und „saugten wie ein Schwamm alles auf“. Statt Power­point-Präsen­ta­tionen und fertiger Lösungen erlebten sie echte Dialoge und Co-Crea­tion – das war neu und wirkte sofort. Entschei­dend war die Respon­si­vität im Kern­team und die Trans­pa­renz bzgl. der Antworten: Themen, die in Inter­views und Work­shops aufge­griffen wurden, bear­bei­teten wir schnell im Kern­team und setzten direkt mögliche Maßnahmen um oder gaben konkrete Antworten. Diese Ernst­haf­tig­keit im Umgang mit den Anliegen der Menschen schuf Vertrauen und Glaub­wür­dig­keit.
Die Change Impact Analyse wurde zum Augen­öffner. Was zunächst als „kleine Verän­de­rung auf ein paar Ebenen“ gesehen wurde, entpuppte sich als komplexe Trans­for­ma­tion, die viel tiefer in Mindset und Kompe­tenzen ging als ursprüng­lich gedacht. Diese Erkenntnis legi­ti­mierte den Aufwand und schuf Verständnis für die Notwen­dig­keit einer profes­sio­nellen Beglei­tung.
Der syste­mi­sche Wende­punkt kam durch einen glück­li­chen Zufall: Ein kurz­fris­tiger Ausfall zwang die Führungs­kräfte, eine geplante Groß­grup­pen­ver­an­stal­tung mit 120 Mitarbeiter:innen selbst zu mode­rieren. „Danach haben sie gemerkt, zu was sie fähig sind und welche Wirkung sie gemeinsam erzielen können.“ Diese Erfah­rung der Selbst­wirk­sam­keit entfes­selte eine völlig neue Energie im System.

Diese Erfah­rung der Selbst­wirk­sam­keit entfes­selte eine völlig neue Energie im System. Die Führungs­kräfte über­nahmen nicht nur unsere Methoden, sondern entwi­ckelten sie eigen­ständig weiter. Sie wech­selten von der Beifahrer-Menta­lität in den „Driver Seat“ – plötz­lich gestal­teten sie aktiv statt nur zu reagieren. Führung wurde ermög­licht und zuge­lassen – auch durch harte, ehrliche, emotio­nale Momente im Führungs­kreis, die vorher undenkbar gewesen wären.

Maßnahmen

Die Diagnose als erste Inter­ven­tion war funda­mental: 12 Einzel­in­ter­views und 6 Fokus­gruppen brachten nicht nur Erkennt­nisse, sondern bereits Bewe­gung ins System. Entschei­dend war, dass wir die Ergeb­nisse verständ­lich – ohne Bera­ter­sprache – zurück­spie­gelten und gemeinsam inter­pre­tierten.
Change Story Co-Crea­tion im Groß­grup­pen­format mit 50 Führungs­kräften und reprä­sen­tativ ausge­wählten Mitarbeiter:innen statt Verkün­di­gung von oben: Das Ziel­bild wurde nicht entwi­ckelt, sondern gemeinsam erar­beitet. Manage­ment Alignment vor allem anderen: Die Führung musste erst selbst „an Bord“, bevor sie andere mitnehmen konnte. Das bedeu­tete auch: Commit­ment vor Inhalt – erst wenn alle verstanden hatten, warum sie selbst Teil der Lösung sind, konnten sie authen­tisch kommu­ni­zieren.
Paral­leles Enablement war der Schlüssel: Change Leader­ship und Vertriebs­füh­rung wurden nicht nach­ein­ander, sondern gleich­zeitig gestärkt. Die „Verständ­lich­keits-Botin“, eine kleine Inter­ven­tion mit großer Wirkung, checkte Präsen­ta­tionen vorab und fragte live in Town­halls nach, wenn etwas unklar blieb. Enge Taktung durch regel­mä­ßige Kern­team-Termine, sowohl vor Ort als auch virtuell, hielt die Energie aufrecht und sorgte für konti­nu­ier­liche Justie­rung.

Ergeb­nisse & Wirkung

Die Trans­for­ma­tion war nicht nur messbar, sondern spürbar. Nach sechs Wochen war eine merk­liche Stim­mungs­ver­bes­se­rung erkennbar – es wurde buch­stäb­lich „anders gespro­chen und mitein­ander umge­gangen“. Die Problem­trance wich einem konstruk­tiven Lösungs­modus. Nach zwei Monaten beschrieb es die Geschäfts­füh­rung so: „Wie ein Durch­bruch – plötz­lich war vieles möglich, was vorher undenkbar schien…“
Nach einem Jahr kam die Über­ra­schung: Posi­tive Margen-Entwick­lung, obwohl das ursprüng­lich nicht der direkte Fokus unserer Arbeit war. Hier zeigte sich der klas­si­sche syste­mi­sche Domino-Effekt: Bessere Führung führt zu anderer Gesprächs­kultur, diese zu stär­kerem Vertriebs­mindset, was bessere Kunden­be­zie­hungen zur Folge hat und letzt­end­lich echten Busi­ness-Impact erzeugt.
Die Führungs­kräfte hatten gelernt, ihre Teams nicht nur durch Verän­de­rungen zu führen, sondern diese aktiv mitzu­ge­stalten. Sie trugen nicht mehr nur Inhalte weiter, sondern eine neue Art des Führens – und das war anste­ckend.

Was wir als Berater:innen gelernt haben

Die größte Über­ra­schung: Aus der „Was habe ich mir hier angetan“-Diagnose wurde echter, nach­hal­tiger Busi­ness-Impact. Das hat uns als Berater:innen gelehrt: Syste­mi­sche Geduld zahlt sich aus. Manchmal dauert es länger als geplant, aber wenn das „Wie“ (Führung, Kommu­ni­ka­tion, Mindset) stimmt, hat das Auswir­kungen auf das „Was“ (Margen, Ergeb­nisse, Zukunfts­fä­hig­keit). Entschei­dend war die Erkenntnis: Ohne eine entwick­lungs­be­reite Führungs­mann­schaft und eine Geschäfts­füh­rung, die offen für direktes, manchmal unbe­quemes Feed­back war, wäre alles geschei­tert. Change Leader­ship lässt sich nicht verordnen – es muss erlebt und gelebt werden.

Was wir heute anders machen würden

Ehrlich gesagt – nicht viel. Der „glück­liche“ Zufall mit der selbst­mo­de­rierten Groß­grup­pen­ver­an­stal­tung war Gold wert und lehrte uns: Die besten Wende­punkte entstehen oft unge­plant. Viel­leicht würden wir heute noch früher und bewusster solche „Stol­per­steine“ einbauen, die das System zur Selbst­or­ga­ni­sa­tion ermu­tigen oder sogar zwingen.

David Max Jeggle

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Bera­ter­gruppe Neuwaldegg
Gesell­schaft für Unter­neh­mens­be­ra­tung und Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung GmbH

Währinger Straße 12/9, 1090 Wien
T +43 1 368 80 70, office@​neuwaldegg.​at, www​.neuwaldegg​.at
Firmen­buch-Nr. 69063 p, Handels­ge­richt Wien

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