Fremdheit - Hindernis und Chance

Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen arbeiten heute auf engstem Raum zusammen. Über ihre ursprünglichen Werte und Wertvorstellungen tauschen sie sich kaum aus. Denn dadurch würden sie ihrer Fremdheit Ausdruck geben...

...dem möchten und können sie sich aber nicht aussetzen:
Was heute gesellschaftlich und innerbetrieblich gefordert wird, ist Integration.
Fremdheit löst Unsicherheit und Angst aus: Man fühlt sich bedroht. Eine erste – und verständliche – Reaktion auf die Fremdheit ist
- die Abwehr, die Unterdrückung, das Verbot.

Eine andere Reaktion ist
- die Verzerrung, die Verunglimpfung, die Karikierung des Fremden.

Solche Reaktionen werden in den Betrieben nicht offen ausgetragen, sie belasten aber – unbewusst – das Arbeitsklima, wobei die Schubladisierung und Zuschreibung: "das ist ein..." oft schon Teil des Problems ist.
Solche Bereiche der Fremdheit bewusst zu thematisieren, bahnt Wege zu einem gegenseitigen Verständnis.
Es kann zudem helfen, der eigenen Fremdheit auf die Spur zu kommen.
Konkrete Themen der Fremdheit:

  • Belastung durch Fastengebote (Ramadan im Islam)
  • fehlende Anerkennung der Frau in Führungspositionen (Christentum, Judentum, Islam)
  • Reinheitsvorschriften (Hinduismus)
  • Einhaltung religiöser Feiertage, die im staatlichen Kalender keinen Raum haben (Judentum, orthodoxe Kirchen, Islam, Hinduismus)
  • Abhängigkeit von Clanstrukturen (Kulturen mit Grossfamilien, Betonung der Nationalität, Sekten)
  • Indoktrinierung durch bestimmte Weltbilder, die missionarisch weitergegeben werden müssen (Freikirchen, Sekten, esoterische Gruppierungen)

Versteht sich eine säkularisierte Gesellschaft / Arbeitswelt als Absage an alle kulturellen und religiösen Prägungen oder als Rahmen, in dem diese Prägungen bewußt und in gegenseitigem Respekt gelebt werden können?

Ihre Fragen, Erfahrungen und Anregungen in diesem Zusammenhang wollen wir gemeinsam diskutieren.