Führen ist Kopfsache - Neue Erkenntnisse der Hirnforschung und ihre Bedeutung für Leadership

Das menschliche Gehirn passt seine innere Organisation und Struktur an die Art seiner Benutzung an. Wer immer wieder auf die gleiche Weise denkt, fühlt und handelt, strukturiert sein Gehirn so, dass er irgendwann nicht mehr anders denken, fühlen und handeln kann. Je erfolgreicher man eine Zeit lang mit bestimmten Denk- und Verhaltensmustern vorankommt, desto größer wird die Gefahr, dass aus den dabei immer wieder benutzten Nervenbahnen im Gehirn "Autobahnen" werden, von denen man später nur noch schwer wieder herunterkommt. Wie viel Veränderung braucht ein Mensch, und wie viel Veränderung verträgt er? Was bewirken Angst und Stress im Hirn und wie findet man Zugang zu seinen eigenen Ressourcen?

Führungskräfte gestalten Beziehungen - nicht nur zwischen Menschen sondern auch zwischen den Nervenzellen in deren Köpfen, auch im eigenen. Was macht Menschen beziehungsfähig? Was ist Kreativität? Führungskräfte treffen wichtige Entscheidungen. Was bestimmt diese Entscheidungen? Welche Rolle spielen dabei unsere Gefühle? Wer führen will, muss seine Mitarbeiter motivieren können. Wie erreicht man den anderen? Wodurch entsteht soziale Resonanz?
Der Vortrag und der daran anschließende Workshop sollen helfen, sich im Dickicht der eigenen Synapsen künftig noch etwas besser zurechtzufinden und auch besser zu verstehen, was in den Köpfen von Mitarbeitern vorgeht. Wer neue Strukturen aufbauen und verkrustete Strukturen aufbrechen will muss dort ansetzen, wo diese Strukturen entstehen und erhalten werden. Daher ist es sicher hilfreich, etwas Licht in das Dickicht der Synapsen zu bringen.

Der Workshop besteht aus dem Vortragsabend und dem nächsten Vormittag.

Prof. Dr. Gerald Hüther: Hirnforscher, Sachbuchautor, Leiter des Zentrums für neurobiologische Präventionsforschung der Universitäten Göttingen und Mannheim/Heidelberg.
Gerald Hüther zählt zu den bekanntesten Hirnforschern Deutschlands. Er leitet die Zentralstelle für neurobiologische Präventionsforschung an der psychiatrischen Universitätsklinik Göttingen, schreibt Sachbücher, hält Vorträge, organisiert Kongresse, arbeitet als Berater für Politiker und Unternehmer. Als Mitherausgeber wissenschaftlicher Zeitschriften, Mitbegründer des Netzwerkes für Erziehung und Bildung und häufiger Gesprächsgast in Rundfunk und Fernsehen ist er Wissensvermittler und -umsetzer in einer Person.

Bücher von G. Hüther (Auszug):

  • G. Hüther: Biologie der Angst, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen, 1997
  • G. Hüther: Die Evolution der Liebe, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen, 1999
  • G. Hüther: Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen, 2001
  • G. Hüther: Die Macht der inneren Bilder, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen, 2004
  • G. Hüther, H. Bonney: Neues vom Zappelphilipp, Walter Verlag Düsseldorf