HAUPTSACHE ARBEIT!?

Wie Achtsamkeit neue Freiheit im Feld der Arbeit schenkt - Forschergruppe-Workshop mit Dr. Kai Romhardt.

Was bedeutet Arbeit für uns? Was erwarten wir von ihr? Wo bringt sie uns Freude, wo macht sie uns Angst? Macht unsere Arbeit Sinn oder ist sie Mittel zum Zweck, zum Lebenserwerb oder mehr?

Für Kai Romhardt, der zwei Jahre in Plum Village, dem internationalen Meditations- und Studienzentrum des Zen-Meisters Thich Nhat Hanh in Frankreich lebte, ist Arbeit ein Pfad der Befreiung: "Schauen wir tief in unsere Arbeit, können wir unser ganzes Leben sehen. Unsere Motivationen, Träume, Ziele und Werte. Wir schauen auf unsere förderlichen und destruktiven Gewohnheiten, unsere Identifikationen und Bewertungsmaßstäbe."

"Wir sollten als freie Menschen arbeiten. Hierzu brauchen wir Achtsamkeit.
Ohne Achtsamkeit verlieren wir uns leicht in bloßem Beschäftigtsein."

Thich Nhat Hanh

Wenn wir achtsam auf unsere Arbeit schauen, erkennen wir eine Vielzahl von Dimensionen, die unsere Arbeit prägen. Nicht alle können wir - zumindest kurz- und mittelfristig - beeinflussen. Doch uns bleiben stets einige Freiheitsgrade, die unsere Arbeitseinstellung und unser Erleben von Arbeit fundamental verändern können.

Dabei tauchen spannende Fragen auf

  • Was treibt uns wirklich an? Wo vermuten wir das Glück und welche Rolle spielt hierbei unsere Arbeit?
  • Was assoziieren wir mit unserer Arbeit? Und was wollen wir mit ihr assoziieren?
  • Wie stimmig ist meine Arbeit mit meinen Werten? Wie entspricht das meiner wahren Natur?
  • Wieviel kann und will ich arbeiten?
  • Stimmt die Balance zwischen Arbeit und anderen Lebensbereichen?

Diese und weitere Wahldimensionen unseres Arbeitslebens sichtbar und erlebbar zu machen, war Ziel dieses Forschergruppe-Workshops. Das Betrachten typischer Situationen des eigenen Arbeitslebens unterstützte die Teilnehmer dabei, zu den Wurzeln der eigenen Arbeitsfreude und Arbeitsprobleme vorzudringen und neue Wege zu gehen.

Falsche Wahrnehmungen und vorschnelle Urteile sind im Arbeitsalltag Ursache zahlreicher Konflikte. Wenn wir achtsam(er) durch den Tag gehen, haben wir mehr Einsicht in die Motivation unserer Taten und werden unabhängiger von den Stimmungen, Meinungen und Aktionen unseres Umfeldes.

Der Achtsamkeitstag zum Thema "Hauptsache Arbeit!?" war getragen von konkreten Übungen zur Kultivierung von Achtsamkeit: Sitz- und Gehmeditation, achtsames Essen, Austausch (tiefes Zuhören, achtsame Rede) sowie der Praxis des systematischen Innehaltens. Im achtsamen und bewussten Miteinander wurde über Impulsvorträge, persönliche Übungen und den Erfahrungsaustausch der Umgang mit der eigenen Arbeit offen und klar betrachtet.

Dr. Kai Romhardt arbeitet nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in St. Gallen und Genf als Buchautor, Trainer, Coach, Unternehmensberater, Lehrbeauftragter und Meditationslehrer. Nach frühen Erfolgen als Berater und Forscher im Feld des Wissensmanagements geriet er in eine Sinnkrise, die ihn 1999 zum Buddhismus führte. Er lebte zwei Jahre in Plum Village, dem internationalen Meditations- und Studienzentrum des Zen-Meisters Thich Nhat Hanh in Frankreich. Dort erlernte er die Methoden der Plum Village Dhyana Schule, in deren Mittelpunkt die Achtsamkeitspraxis steht und wurde Mitglied des internationalen Intersein-Ordens (Tiep Hien) und wurde 2010 zum Dharmacharya - autorisierten Dharmalehrer - ernannt.

Kai Romhardt ist Initiator des Netzwerkes "Achtsame Wirtschaft", das sich für ein bewussteres ökonomisches Handeln und Denken auf allen Ebenen einsetzt. Im September 2009 erschien sein Buch: "Wir sind die Wirtschaft: Achtsam Leben - Sinnvoll Handeln" im J.Kamphausen Verlag.