Nichts ist so praktisch wie eine gute Theorie?!

Organisationstheorien und -modelle in der systemischen Beratung: Forschergruppe Workshop vom 11. bis 12. Oktober 2010.

Seit der Prägung des Begriffs der Organisationsberatung Anfang der 90er Jahre hat sich diese Form der Beratung - insbesondere im Ansatz der systemischen Organisationsberatung - in Organisationen aller gesellschaftlichen Bereiche verbreitet. Zur wachsenden Community der systemischen OrganisationsberaterInnen hat in den vergangenen 10 - 15 Jahren auch der Siegeszug der Internen Organisationsberatung beigetragen.

Die Methoden und Instrumente der systemischen Beratung sind kraftvoll. Systemische Interventionen inspirieren, sie erweitern Denkräume und lenken die Kommunikation auf neue Attraktoren. So wird Entwicklung spürbar. Die Theorieentwicklung in der systemischen Organisationsberatung ist noch immer "work in progress"; das gilt insbesondere für das Verständnis von Organisation - dem Gegenstand der Beratung.

Verschiedene paradigmatische Fragestellungen lassen sich im Lauf der Entwicklung der Systemtheorie unterscheiden. Während die meisten, inzwischen weitverbreiteten systemischen Interventionsmethoden aus der Theoriegeneration der komplexen Systeme stammen, verweisen die verwendeten Organisationstheorien nicht selten auf die Theoriegeneration technischer Systeme.

Nach welchen Annahmen gehen OrganisationsberaterInnen vor, wenn sie antreten, Organisationen zu entwickeln? Was sind ihre mentalen Modelle, ihre handlungsleitenden Theorien und Modelle von Organisation? Was steht hinter diesen Annahmen und wie lassen sich die verschiedenen Zugänge in der Praxis nützlich verbinden?

Diese und ähnliche Fragen hat der Workshop der Forschergruppe Neuwaldegg vom 11. bis 12. Oktober 2010 in Wien addressiert. Zwei Zielsetzungen haben uns bei der Gestaltung geleitet:

  • Die verschiedenen in der Beratungspraxis bewusst oder implizit referenzierten Organisationstheorien zu explizieren, die unterschiedlichen Modelle verständlich vorzustellen und in strukturierter Weise miteinander zu vergleichen.
  • Raum für Co-Creation und Weiterentwicklung zu geben, gemeinsames Reflektieren und Weiterspinnen von Organisationstheorie, um die Ressourcen der anwesenden Praktiker zu nutzen.

Besonders haben wir uns mit den US-amerikanischen Ansätzen der frühen Organisationsentwicklung, Karl Weicks Organisationstheorie, Aspekten der Theorie der lernenden Organisation beschäftigt sowie mit dem Tavistockmodell, dem Viable Systems Model, dem Trigon Ansatz, der Luhmannschen Organisationstheorie sowie Entwicklungen der Netzwerktheorie.

Mit Gerhard Hochreiter, Joana Krizanits, Gerald Mitterer und Michael Moeller
Zielgruppe sind Praktiker mit Anspruch: interne und externe OrganisationsberaterInnen, die ihr eigenes Theorieverständnis von Organisationen reflektieren und weiterentwickeln wollen.

Mitgestaltet von: Staff: Mag. Joana Krizanits (Mag. Joana Krizanits Unternehmensentwicklung GmbH) und Gerhard Hochreiter, Gerald Mitterer, Michael Moeller (Beratergruppe Neuwaldegg)