Vom Hofnarren zur Beratung und zurück - Anmerkungen der neueren Systemtheorie zur Frage, ob Manager gut beraten sind, wenn sie sich beraten lassen.

Die Institution des Hofnarren zeichnete sich dadurch aus, daß mit ihr weitgehend straffrei die gültigen Hierarchien ins Licht anderer Möglichkeiten gesetzt werden konnten ohne die Gefahr der geringsten tiefenwirksamen Veränderung ebendieser Hierarchien. Es könnte sein, daß die modernere Institution der Beratung in diese Funktionsstelle eingetreten ist. Zumindest legt die neuere Systemtheorie diese Annahme nah.

In diesem Vortrag werden die Konturen dieser Theorie nachgezeichnet und auf die Frage nach der Funktion von Beratung bezogen.

Prof. Dr. rer.soc. Peter Fuchs
Jahrgang 1949; von 1972 bis 1984 Heilerziehungspfleger; Studium der Sozialwissenschaften und der Soziologie 1985 bis 1989 in Bielefeld, Dortmund, Hagen. 1991 Promotion in Gießen. Seit 1992 Professur für allgemeine Soziologie und Soziologie der Behinderung an der FH-Neubrandenburg.
Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. zusammen mit Niklas Luhmann, „Reden und Schweigen“. Frankfurt a.M. (Suhrkamp) 1989; „Die Erreichbarkeit der Gesellschaft. Zur Konstruktion und Imagination gesellschaftlicher Einheit“. Frankfurt (Suhrkamp) 1992; „Moderne Kommunikation. Zur Theorie des operativen Displacements“. Frankfurt (Suhrkamp) 1993; „Westöstlicher Divan. Zweischneidige Beobachtungen“. Frankfurt (Suhrkamp) 1995; „Die Umschrift. Zwei kommunikationstheoretische Studien“. Frankfurt (Suhrkamp) 1995; „Das Unbewußte in Psychoanalyse und Systemtheorie. Die Herrschaft der Verlautbarung und die Erreichbarkeit des Bewusstseins“. Frankfurt a.M. (Suhrkamp) 1998; „Intervention und Erfahrung.“ Frankfurt a.M. (Suhrkamp) 1999; „Die Metapher des Systems. Studien zur allgemein leitenden Frage, wie sich der Tänzer vom Tanz unterscheiden lasse“. Weilerswist (Velbrück) 2001.