Warm Data Lab – meine Reflexion zum Hosting
Es ist jetzt eine Woche her, dass ich mein erstes Warm Data Lab öffentlich gehostet habe. Es bewegt mich noch immer und anscheinend nicht nur mich. Einige der über 30 Teilnehmer:innen haben mir noch im Nachhinein geschrieben, weil sie noch immer bewegt sind, die Gespräche noch nachwirken, das Setting so ganz anders war als sonst.

Genau. Es ist anders.
„Was erzähle ich den anderen, was ich da gemacht habe?“, sagt Anna. Sie ist 22 Jahre und die Tochter einer Freundin und ich kenne sie seitdem sie ein Baby ist. Ich verstehe sie so gut. Immer wieder stehe ich an demselben Punkt. Andere wollen wissen, was es ist und ich ringe um Worte, Beispiele, Zurückhaltung.
Was ist ein Warm Data Lab? Und warum ist es so anders?
Nüchtern drauf geschaut gibt es einen Rhythmus, eine Abfolge und KEINEN Zweck.
Wie geht man damit um? Damit habe ich von Anfang an gerungen. Diejenigen die sonst zu meinen Formaten kommen, haben Erwartungen, Wünsche an Ergebnisse und Learnings die sie für ihren Beruf mitnehmen können. Diesmal gibts nichts von all dem. Das ist aus meiner Sicht einer der Gründe, der mich so lange zögern hat lassen … wie erkläre ich das? Ich hab sogar ein Telefonat geführt - mit einer Person die extra aus Dortmund nach Wien gekommen ist - weil ich Sorge hatte sie zu enttäuschen. Und das schöne: das Gegenteil ist der Fall. Sie fühlt sich beschenkt. Viele haben das so empfunden. Eine Erfahrung, die ein Geschenk ist und wiederholt werden darf.
Meine Erfahrung als Host eines Warm Data Labs
Die Erfahrung steht im Mittelpunkt und wird von verschiedenen Rahmenbedingungen getragen. Eine der zentralsten, die Nora Bateson beschreibt, ist „radical hospitality“. Was das für mich bedeutet, darüber habe ich viele Stunden gebrütet. Und irgendwann ist es geschlüpft: „Wenn ich diese interessierten, neugierigen Menschen in diese Erfahrungswelt einladen möchte, dann möchte ich das in derselben Haltung machen, wie ich es für meine liebe Großfamilie und meine lieben Freunde tue.“
Ich hab gekocht, mehrere Kuchen gebacken, eingekauft, den Raum schön und persönlich hergerichtet, Erdbeerbowle zubereitet, herumgeräumt. Das war eine intensive Vorbereitung und hat sich wie ein Initiierungsritual angefühlt. Für mich hat in diesen Momenten das Warm Data Lab begonnen. Mit der Liebe, für alle zu kochen und zu backen.
Und dann kamen sie, diese Lieben: Mein Sohn Linus mit seiner Freundin Manu, ein paar Freunde, Kolleg:innen, Teilnehmer:innen aus anderen Programmen, Neuwaldegg-Interessierte, Menschen, die ich aus Fortbildungen kenne, Warm-Data-Interessierte. Wir waren eine richtig bunte Mischung: vom 7 Monate alten Baby bis zu über 60-Jährige.
Und auch das wurde angemerkt: Wow! Was in dieser Art von Gemeinschaft entstehen kann? Welche Reflexionen auftauchen, welche Verknüpfungen hergestellt werden können, die so noch nie da waren und welche Nähe in so kurzer Zeit, mit so vielen fremden Menschen entsteht.
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie froh, erleichtert, glücklich, berührt ich danach war – als Teilnehmende und als Host. Ich war richtig aufgeregt. Und das bin ich echt selten. Gruppensettings sind normalerweise mein „Hometurf“.
Aber ein Warm Data Lab ist eben anders, so wie Anna gesagt hat. Ich hatte so einen Respekt Gastgeberin dieses Formats zu sein, es nicht zu versemmeln, weil es so einzigartig schön ist, in dieser Art miteinander zu sein und zu lernen. Wir lernen neu zu denken, in einer Art miteinander zu sein, die über gesellschaftliche oder organisationale „Skripts“ und „Autobahnen“ hinausgeht. Beziehungen im Hier und jetzt über unsere eigenen Erfahrungen herzustellen und in eine Tiefe einzutauchen die nachhaltig berührt und verändert. Ohne dass es eine Erklärung für Einzelne dazu gibt. Ganz einfach aus uns heraus.
Das ist auch der Grund, weshalb diese Praxis für alle funktioniert! Niemand muss clever sein. Die, die das versuchen, lassen es schnell sein, weil dadurch Distanz und Nicht-Lernen entsteht. Eintauchen und ganz einfach sein. Authentisch miteinander sein, mit dem was jede und jeder mitbringt.
Für mich war schon vorher klar, dass ich das öfters hosten möchte. Weil Neues Routine & Praxis braucht, damit es lebendig und größer werden kann. Und ich wünsche mir solche Kontexte, um dran bleiben zu können. Für die nächsten Male habe ich auch schon Verstärkung gefunden – sowohl innerhalb von Neuwaldegg als auch außerhalb. Ich danke allen nochmals aus tiefstem Herzen fürs Dabei-sein!
Hier ist noch ein großartiger Podcast, in dem Nora mit zwei Warm Data Host-Kollegen spricht. Ich finde es gibt einem ein Gespür dafür, worum es geht:
Podcast-Tipp
The great simplification,
Why Community Fails: Everyone Wants a Village, Nobody Wants to Be a Viilage
Save the date!
Warm Data Lab in Wien, am 2. 10.2026
Die nächste Gelegenheit beim Warm Data Lab dabei zu sein.
Initiatorin & Warm Data Lab Host Barbara Buzanich-Pöltl und Beraterkollegin Anna Jantscher organisieren das nächste Warm Data Lab am 2. Oktober 2026! Die Einnahmen werden an das INTERNATIONAL BATESON INSTITUTE gespendet. Mehr dazu im nächsten Newsletter.