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Vektor­gra­phik: Ihor 2020

Warum die Einfüh­rung von KI eine Trans­for­ma­tion ist …

… und was das für Orga­ni­sa­tionen bedeutet

In einem aktu­ellen Projekt stellten wir fest: KI wird verdeckt einge­setzt – viele Mitarbeiter:innen arbeiten mit KI-Tools, spre­chen jedoch nicht offen im Projekt­team darüber. Die Sorge, als unpro­fes­sio­nell oder ersetzbar dazu­stehen, führt dazu, dass viele Mitar­bei­tende ihre KI-Nutzung verschweigen. Eine aktu­elle Studie, mit (leider) guten Gründen für eine Schat­ten­nut­zung, finden Sie in der Infobox am Ende des Arti­kels.

Kommt KI, etwa in Form von LLMs oder Agentic AI, auf die orga­ni­sa­tio­nale Bühne, wird schnell klar: Sie ist kein „Plug & Play“-Feature. Denn KI verän­dert nicht nur Abläufe, sondern greift tief in das Zusam­men­spiel von Fach­wissen, Verant­wor­tung und Entschei­dung ein. Wissen wird plötz­lich breiter zugäng­lich, Routinen geraten ins Wanken, und klas­si­sche Entschei­dungs­lo­giken werden hinter­fragt, ebenso wie damit verbun­dene Rollen, Status und Zustän­dig­keiten. Lesen Sie dazu auch unseren ersten Artikel: Wie KI Orga­ni­sa­tionen verän­dert!

Auch Zusam­men­ar­beit verän­dert sich: Weg von starren Abstim­mungen, hin zu mehr Adap­tion, auto­ma­ti­sierten Vorschlägen und vorbe­rei­teten Entschei­dungen. So wirkt KI wie ein syste­mi­scher Stress­test: Sie bringt das soziale System der Orga­ni­sa­tion in Bewe­gung – und macht sichtbar, wie offen, lern­fähig und entwick­lungs­be­reit sie wirk­lich ist. Doch: Diese Dynamik entfaltet nur dann Wirkung, wenn sie bewusst gestaltet wird.

Ausge­wählte Perspek­tiven der KI-Trans­for­ma­tion

  • KI verän­dert zentrale Routinen und beein­flusst, wie in Orga­ni­sa­tionen gedacht, entschieden und geführt wird.
    Sie struk­tu­riert Infor­ma­tionen, bietet Entschei­dungs­vor­schläge an und wirkt so auf Einschät­zungen, Prio­ri­täten und Führungs­ver­halten.

  • Soziale Span­nungen und Rollen­ver­schie­bungen.
    KI erzeugt Unsi­cher­heit, verän­dert Status­ge­fühle und löst neue Kontroll­be­dürf­nisse aus. Sie bringt die Frage nach Verant­wor­tung und Vertrauen ins Zentrum der orga­ni­sa­tio­nalen Refle­xion.

  • Kultur der Offen­heit und des Lernens.
    Orga­ni­sa­tionen sind gefor­dert, Fehler- und Lern­kul­turen zu etablieren, die Expe­ri­mente, Irri­ta­tionen und konstruk­tive Kritik als Treiber nutzen.

Damit ist die Einfüh­rung von KI unwei­ger­lich ein Trans­for­ma­ti­ons­vor­haben. Im Folgenden zeigen wir, wie Orga­ni­sa­tionen die oben ange­führten, zentralen Dimen­sionen bewusst gestalten, und wie KI-Initia­tiven zu echten Hebeln für orga­ni­sa­tio­nale Lern- und Anpas­sungs­fä­hig­keit werden können.

Einige Praxis­bei­spiele zur KI-Trans­for­ma­tion

Kosten­ef­fi­zienz kontra Kunden­bin­dung

  • Der schwe­di­sche Zahlungs­dienst­leister Klarna entschied sich 2023 für einen radi­kalen Kurs­wechsel. Statt neues Personal einzu­stellen, wurden konse­quent KI-Systeme einge­führt – vor allem in Kunden­ser­vice, Bild­ver­ar­bei­tung und Marke­ting. Ein Chatbot über­nahm die Aufgaben von rund 700 Voll­zeit­kräften. Zunächst glänzten die Kenn­zahlen mit höherer Effi­zienz, millio­nen­schweren Einspa­rungen und Umsatz­re­korden. CEO Sebas­tian Siem­iat­kowski betonte stolz: „Wir können mit KI deut­lich mehr errei­chen – und das zu gerin­geren Kosten.“ (Finanz­Busi­ness, 30.5.2024)

    Doch die schnelle Auto­ma­ti­sie­rung hatte Schat­ten­seiten. Mitarbeiter:innen verloren ihren Job, zurück­ge­blie­bene Teams erlebten einen tiefen Kultur­bruch. Kritiker:innen (u.a. Forbes im Dezember 2024) warnten früh vor den sozialen Folgen, beschworen die zentrale Rolle mensch­li­cher Präsenz: „KI sollte den Menschen helfen, nicht sie ersetzen.“ 

    In der Beleg­schaft und in der Öffent­lich­keit wuchs das Unbe­hagen. Klarna kris­tal­li­sierte sich zum warnenden Beispiel, was passiert, wenn KI primär als Spar­pro­gramm gedacht wird: Das Vertrauen litt – und damit auch die Kunde­n­er­fah­rung.

    Im Jahr darauf ruderte Klarna zurück. Kund:innen beklagten sich über unper­sön­liche und frus­trie­rende Inter­ak­tionen mit dem rein auto­ma­ti­sierten Service. Für viele fehlte die Empa­thie. Klarna reagierte: Mehr Mitar­bei­tende wurden wieder im Kunden­ser­vice einge­setzt, und ein hybrider Ansatz einge­führt, bei dem KI für Effi­zienz sorgt, während die soziale Inter­ak­tion weiterhin von Menschen gestaltet wird. Klarna erkannte, dass das ausge­wo­gene Zusam­men­spiel von Tech­no­logie und Empa­thie ein zentraler Erfolgs­faktor ist.

PRAXISBEISPIEL KLARNA

Hybrid­mo­dell als Vorbild für nach­hal­tigen KI-Einsatz

  • Der Online-Händler Zappos führte KI als hybride Lösung ein, die tech­ni­sche Effi­zienz mit mensch­li­cher Exzel­lenz verbindet. KI über­nimmt die erste Kunden­kon­takt­auf­nahme, routi­niert einfache Anfragen und leitet Fälle intel­li­gent weiter. Die Mitar­bei­tenden konzen­trieren sich auf komplexe, sensible Kunden­be­dürf­nisse. Dieses Modell verkürzt Warte­zeiten und stei­gert die Kunden­zu­frie­den­heit, ohne die emotio­nale Qualität zu opfern. Für die Mitar­bei­tenden bedeutet es eine Entlas­tung von mono­tonen Tätig­keiten und mehr Raum für wert­schöp­fende Aufgaben. Zappos demons­triert, wie KI und Mensch Hand in Hand gehen können – als part­ner­schaft­li­ches Team, das jeweils das Beste aus beiden Welten kombi­niert. 

PRAXISBEISPIEL ZAPPOS

KI & Mensch als unschlag­bares Team

  • Ein inspi­rie­rendes Praxis­bei­spiel liefert Cisco. Dort wurden Mitar­bei­tende von Anfang an einge­laden, kreativ mit KI zu expe­ri­men­tieren: Einfache Aufgaben wie das Erzeugen von Musik­stü­cken oder Bildern mit Hilfe von KI standen auf der Agenda. Dieses spie­le­ri­sche Explo­rieren diente dem Abbau von Tech­ni­kängsten und der Förde­rung einer Lern­kultur.

    Darauf aufbauend wurde KI bei Cisco konse­quent in die Geschäfts­logik inte­griert. Statt KI nur als Tool zu sehen, wurde sie gezielt in zentrale Geschäfts­pro­zesse einge­bunden – etwa im Netz­werk­ma­nage­ment mit KI-gestützten Diagnosen und Auto­ma­ti­sie­rungen, die Abläufe deut­lich beschleu­nigen und Fehler mini­mieren. Dabei wurde große Bedeu­tung auf die Einbin­dung von Menschen gelegt: Die finale Entschei­dungs­ver­ant­wor­tung liegt weiterhin beim Menschen, während KI repe­ti­tive Aufgaben über­nimmt und fundierte Entschei­dungs­grund­lagen liefert.

    Die Beispiele machen deut­lich: Eine KI-Trans­for­ma­tion ist ein komplexer, viel­schich­tiger Prozess, der weit über Tech­no­logie hinaus­geht. Erfolg­reich ist, wer Verän­de­rung gezielt gestaltet und die inhalt­liche mit der sozialen Verän­de­rung gut verbindet und so den Rahmen für orga­ni­sa­tio­nale Lern­fä­hig­keit schafft.

PRAXISBEISPIEL CISCO

KI-Inte­gra­tion in der Neuwald­egger Praxis

  • Entschei­dungs­pro­gramme für Orien­tie­rung, Legi­ti­ma­tion und das Setzen von Grenzen.
  • Struk­turen & Prozesse, Ressourcen und IT schaffen Kommu­ni­ka­ti­ons­wege und stellen die Anschluss­fä­hig­keit im Alltag sicher.
  • Personen & Führung für Kompe­tenz­ent­wick­lung & klare Rollen.
Neuwaldegger Kulturdreieck: Organisationen werden durch drei Hebel bestimmt: Entscheidungsprogrammen, Strukturen & Prozessen, Personal und Kultur in der Mitte. Sie entsteht durch das Zusammenspiel der drei Hebel.
Das Neuwald­egger Kultur­dreieck

Kultur ist dabei kein sepa­rater Hebel, sondern das Muster, das entsteht, wenn diese drei Hebel mitein­ander zusam­men­wirken – oder dysfunk­tional aufein­an­der­prallen. Im Folgenden skiz­zieren wir, worauf es in jeder Dimen­sion ankommt und wie KI typi­sche Span­nungen sichtbar macht. Die Fragen pro Dimen­sion sind ein Auszug aus dem Neuwald­egger KI-Assess­ment, das beim Autor ange­for­dert werden kann.

Als syste­mi­sche Organisationsberater:innen konzen­trieren wir uns in unserer Arbeit bewusst auf die sozialen und kultu­rellen Hebel – wissend, dass Technik und Daten ohne Zweifel kriti­sche Erfolgs­fak­toren für KI-Trans­for­ma­tionen sind.

1. Entschei­dungs­pro­gramme

Hier geht es um die grund­sätz­liche Rahmen- und Sinn­ge­bung des KI-Einsatzes: Warum, wofür und unter welchen Bedin­gungen wird Künst­liche Intel­li­genz in der Orga­ni­sa­tion imple­men­tiert und genutzt? Entschei­dungs­pro­gramme verknüpfen hierbei die unter­neh­me­ri­sche Stra­tegie, den Purpose sowie norma­tive Leit­planken wie Ethik, Compli­ance und Risi­ko­ma­nage­ment mit klaren, opera­tio­nalen Regeln für den KI-Einsatz.

Wesent­liche Frage­stel­lungen sind hier:

  • Wo wollen wir Entschei­dungen an KI dele­gieren – und wo müssen wir als Menschen bewusst sagen: „Das entscheiden wir selbst“?
  • Welche konkreten Ziele und Wirkungen werden mit KI ange­strebt: Geht es primär um Effi­zi­enz­stei­ge­rung, Quali­täts­ver­bes­se­rung, Kunden­ori­en­tie­rung, Inno­va­ti­ons­för­de­rung, Erwei­te­rung, Disrup­tion, Skalie­rung oder eine Kombi­na­tion daraus?
  • Welche Trans­pa­renz- und Infor­ma­ti­ons­pflichten bestehen gegen­über allen Betrof­fenen – seien es Mitarbeiter:innen, Kund:innen oder Partner:innen – und wie werden diese vermit­telt?
  • Wie werden poten­zi­elle Risiken und Neben­wir­kungen (Bias, Fehl­ent­schei­dungen, Vertrau­ens­ver­lust) im Rahmen der Programme reflek­tiert und gesteuert?

Besteht kein gemein­sames Verständnis im Umgang mit KI, droht ein Dilemma:

Entweder entstehen zahl­reiche Insel­lö­sungen ohne stra­te­gi­sche Veran­ke­rung – oder es setzt schlei­chende Resi­gna­tion ein, weil KI als symbo­li­sches Projekt erlebt wird, dem intern niemand wirk­lich vertraut.

2. Kommu­ni­ka­ti­ons­ka­näle (Struk­turen & Prozesse, Ressourcen, IT)

Entschei­dungs­pro­gramme geben Rich­tung; Struk­turen & Prozesse machen KI im Alltag anschluss­fähig. Gemeint sind Daten­flüsse, Platt­formen, Work­flows, Eska­la­ti­ons­wege, Mensch‑KI‑Schnittstellen, Budget- und Rollen­ent­schei­dungen. Viele KI-Vorhaben schei­tern genau hier: gute Absichten, aber frag­men­tierte Tool-Land­schaften, unklare Daten­rechte, keine Rück­kopp­lung zwischen Fach­be­reich, Data-Team und Nutzungs­praxis.

Wesent­liche Frage­stel­lungen sind hier:

  • Wo sind neue Rollen notwendig (z. B. Prompt Owner, KI-Gover­nance, Ethik-Guides) – und wie werden diese legi­ti­miert?
  • Welche formalen und infor­mellen Kommu­ni­ka­ti­ons­wege exis­tieren, damit Probleme, Fehler und Anpas­sungs­be­darfe adres­siert werden?
  • Welche Rollen dürfen KI-gestützte Empfeh­lungen in Entschei­dungen über­führen – und auf Basis welcher Regeln oder Erwar­tungen?
  • Wie flexibel sind unsere Prozesse gestaltet, um die rich­tige Balance zwischen Auto­ma­ti­sie­rung und mensch­li­cher Steue­rung sicher­zu­stellen?“

Mit einfa­cher Ampel­logik zu mehr Akzep­tanz

  • Eine IT-Abtei­lung testete gene­ra­tive KI zur Ticket-Vorqua­li­fi­zie­rung. Die zunächst erlebte Begeis­te­rung kippte alsbald, da die Modell­vor­schläge in 20% der Fälle fach­lich unpas­send waren – der Rück­mel­deweg war aber „E-Mail an IT“. Nach Einfüh­rung eines struk­tu­rierten Feed­back-Dialogs (Ampel-Button im Tool, Weekly Review, Daten­tags zur Label-Korrektur) stieg die Nutzungs­rate wieder. Eine konti­nu­ier­lich, beglei­tende Lern­schleife sowie eine klare Zuord­nung von Verant­wort­lich­keiten machten den Unter­schied.

AUS DER PRAXIS

3. Personen & Führung

KI verän­dert Rollen­bilder und Kompe­tenz­an­for­de­rungen grund­le­gend. Mitar­bei­tende müssen keine „Data Scien­tists light“ werden, brau­chen aber KI-Anwen­dungs- und KI-Kompe­tenz.
Im Zusam­men­hang mit der Befä­hi­gung der Mitar­bei­tenden und der Führungs­kräfte ist es wichtig, auch die sozialen Dyna­miken und Vorur­teile bei der KI-Nutzung trans­pa­rent zu machen.

Aktu­elle Studi­en­ergeb­nisse:
Soziale Bias bei KI-Nutzung

  • In einem Expe­ri­ment bewer­teten über 1000 Soft­ware-Inge­nieure iden­ti­schen Code unter­schied­lich, je nachdem, ob er als „mit KI-Hilfe“ erstellt markiert war oder nicht.

    Iden­ti­scher Code erhielt eine um 9 % nied­ri­gere Bewer­tung, wenn er als KI-gene­riert galt – es ging nicht um Qualität, sondern um die Wahr­neh­mung der Kompe­tenz des Entwick­lers.

    Frauen erlitten eine deut­lich stär­kere „Kompe­tenz­strafe“: ihre KI-unter­stützten Beiträge wurden im Schnitt 13 % schlechter bewertet, vergli­chen mit 6 % bei Männern.

    Beson­ders kritisch bewer­teten tech­nik­ferne, männ­liche Kollegen Frauen, indem sie deren Beiträge bis zu 26 % nega­tiver einschätzten als die der männ­li­chen Kollegen bei iden­ti­scher KI-Nutzung.

    Ältere Mitar­bei­tende waren eben­falls über­pro­por­tional von dieser nega­tiven Voran­nahme betroffen.

    Das Bewusst­sein über diese Vorur­teile bewirkt, dass viele Mitar­bei­tende KI nur verdeckt oder „im Schatten“ nutzen, aus Angst vor Abwer­tung.

    Quelle: „Rese­arch: The Hidden Penalty of Using AI at Work“, Harvard Busi­ness Review, August 2025.

INFOBOX

Führungs­kräfte über­nehmen zuneh­mend eine Über­set­zer­rolle zwischen Technik und Menschen. Sie schaffen Orien­tie­rung, eröffnen Lern­räume, halten Unsi­cher­heit aus und adres­sieren Span­nungen – beson­ders wenn Auto­ma­ti­sie­rung das Selbst­ver­ständnis berührt.

Entschei­dend ist dabei die Verbin­dung von Sinn und Praxis: KI muss als Entlas­tung und Mehr­wert gesehen werden, nicht nur um Perso­nal­kosten einzu­sparen. Unsere Erfah­rung aus der Change Beglei­tung ähnli­cher Imple­men­tie­rungs­pro­jekte zeigt: Wird KI nah an realen Problemen entwi­ckelt und gibt es eine Mitge­stal­tungs­mög­lich­keit, steigen Vertrauen und Akzep­tanz deut­lich.

Wesent­liche Frage­stel­lungen sind hier:

  • Verfügen die Mitar­bei­tenden über grund­le­gendes Wissen zu KI-Funk­tionen und -Grenzen, oder gibt es einen Plan für gezielte Weiter­bil­dung?
  • Wie stark ist in der Orga­ni­sa­tion eine posi­tive Haltung gegen­über KI verbreitet, die Neugier und Expe­ri­men­tier­freude fördert statt Angst und Skepsis?
  • Welche Rolle nehmen Führungs­kräfte ein, um als Brücken­bauer zwischen Tech­no­logie und Mitar­bei­tenden Stabi­lität und Orien­tie­rung zu geben?
  • Werden Mitar­bei­tende aktiv in die Entwick­lung und Umset­zung von KI-Lösungen einge­bunden und in der Bewäl­ti­gung des Wandels unter­stützt?

4. Kultur

Kultur ist die soziale Gram­matik der Orga­ni­sa­tion. Sie zeigt sich an den Reak­tionen auf Irri­ta­tion: Wird mit der Nutzung von KI offen umge­gangen? Werden evtl. Fehler verschwiegen – oder offen geteilt? Dürfen Teams rück­melden: „Wir verstehen die Logik nicht?“

Wie werden Span­nungs­felder gelebt – Vertrauen vs. Kontrolle, Effi­zienz vs. Reso­nanz, Auto­ma­ti­sie­rung vs. Auto­nomie? KI bringt all diese Ambi­va­lenzen ans Licht, produk­tive Orga­ni­sa­tionen insti­tu­tio­na­li­sieren daher den Umgang mit diesen Irri­ta­tionen. Und: Gibt es Formate in denen Raum für genau diese Anliegen thema­ti­siert werden können?

Folgende Formate haben sich in unserer Praxis bewährt:

  • Dialog­ver­an­stal­tungen, in denen Fragen erlaubt sind (Open Clinics, Ask-Me-Anything zu KI)
  • Sicht­bare Fehler- und Bias-Boards („Was hat das Modell diese Woche falsch verstanden?“)
  • Regel­mä­ßige Reviews von KI-Entschei­dungen mit Betei­li­gung von Fach­ab­tei­lung, IT & Compli­ance
  • Kopp­lung von Lessons Learned zurück in Entschei­dungs­pro­gramme & Prozesse


Fehler­frei­tage

  • Einblick in unsere Trans­for­ma­ti­ons­praxis: Fehler­frei­tage als Lern­ge­ne­rator

    In einem SAP S/4HANA-Projekt etablierten wir in einem Bereich „Fehler­frei­tage“: Teams brachten Daten- oder Prozess­glit­ches ein, Ursa­chen wurden offen analy­siert und Muster doku­men­tiert. Über­trag auf KI: dieselbe Routine für Fehl­klas­si­fi­ka­tionen, Hallu­zi­na­tionen, Zugriffs­fehler.

PRAXIS-IMPULS

Fazit: KI-Trans­for­ma­tion als orga­ni­sa­tio­nale Lern­reise

KI wird nicht durch Tech­no­logie allein zum Erfolg, sondern durch eine echte Trans­for­ma­tion, die Stra­tegie, Prozesse, Kultur und vor allem die sozialen Dyna­miken in den Mittel­punkt stellt. Entschei­dend ist, dass Führungs­kräfte Verant­wor­tung über­nehmen: Sie müssen Orien­tie­rung geben, Betei­li­gung fördern und Räume für Lernen, Refle­xion und Fehler zulassen. Gerade im Umfeld eines KI-Hypes ist es ihre Aufgabe, zwischen blinder Beschleu­ni­gung und kriti­scher Ausein­an­der­set­zung zu balan­cieren.
Nur wer die Einfüh­rung von KI als soziale und kultu­relle Lern­reise begleitet – statt sie als kurz­fris­tiges IT-Projekt abzu­haken – wird nach­hal­tigen Nutzen schaffen und die Orga­ni­sa­tion wider­stands­fähig für den Wandel machen.

Über den Autor

David Max Jeggle ist syste­mi­scher Orga­ni­sa­ti­ons­be­rater, Change Experte und KI-Explorer. Seit mehr als 24 Jahren begleitet er Führungs­kräfte und Orga­ni­sa­tionen durch komplexe Verän­de­rungs­pro­zesse. Im Umgang mit KI ist er neugierig, testet neue Tools, entwi­ckelt GPTs und expe­ri­men­tiert mit kleinen Anwen­dungen auf No-Code-Platt­formen. Er stellt gern die unbe­quemen Fragen – und staunt immer wieder, wie viel die KI über ihn zu wissen scheint.
Auf LinkedIn teilt er regel­mäßig Impulse zu Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung, Change und dem sinn­vollen Einsatz von Künst­li­cher Intel­li­genz im Alltag komplexer Systeme.

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